Steuerberatungskanzlei Thomas Fahlke 

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Steuern / Umsatzsteuer 
Mittwoch, 17.04.2019

Steuerbefreite Supervision

Die Umsatze für Supervisionsleistungen sind umsatzsteuerbefreit und erhöhen nicht den Gesamtumsatz im Rahmen der Kleinunternehmerregelung. So entschied das Finanzgericht Münster (Az. 15 K 1768/17).

Eine Supervisorin erbrachte in 2014 sog. Supervisionsleistungen u. a. für den Kreis, für Träger der Wohlfahrtspflege, der Kinder- und Jugendhilfe und für ähnliche Einrichtungen. Zudem leitete sie Lehrveranstaltungen an der Hochschule. Die Umsätze aus der Tätigkeit als Supervisorin behandelte sie in ihrer Umsatzsteuererklärung 2014 in voller Höhe als umsatzsteuerfrei. Aufgrund einer Prüfungsanordnung wurde bei ihr eine steuerliche Außenprüfung u. a. auch für die Jahre 2013 und 2014 durchgeführt. Für das Jahr 2013 ging das Finanzamt angesichts der in 2013 und 2012 erzielten Umsätze davon aus, dass keine Umsatzsteuer zu erheben sei, da die Grenzen der Kleinunternehmerschaft nicht überschritten worden seien. Für 2014 vertrat das Finanzamt die Auffassung, dass für die Umsätze der Supervisorin weder eine Steuerbefreiung nach nationalen noch nach unionsrechtlichen Vorschriften in Betracht komme und wegen Überschreitens der für die Anwendung der Kleinunternehmerregelung geltenden Grenzbeträge die Umsatzsteuer festzusetzen sei.

Das FG Münster entschied zu Gunsten der klagenden Supervisorin. Sie sei im Streitjahr als Kleinunternehmerin zu besteuern, da sie die hierfür relevanten Umsatzgrenzen nicht überschritten und auf die Anwendung der Kleinunternehmerregelung nicht verzichtet hat. Die für Umsätze geschuldete Umsatzsteuer von Unternehmern werde damnach nicht erhoben, wenn der Umsatz zuzüglich der darauf entfallenden Steuer im vorangegangenen Kalenderjahr 17.500 Euro nicht überstiegen hat und im laufenden Kalenderjahr 50.000 Euro voraussichtlich nicht übersteigen wird. Im Streitfall überschreite die Klägerin die o. g. Umsatzgrenzen nicht. Denn die den streitgegenständlichen Umsätzen zugrunde liegenden Leistungen haben die Vermittlung von Kenntnissen und Fähigkeiten durch den Unterrichtenden an Schüler im Rahmen der beruflichen Fortbildung und damit durch die Klägerin als Privatlehrerin erteilten Schulunterricht zum Gegenstand, die steuerfrei seien. Damit habe die Klägerin keine, den Gesamtumsatz im Rahmen der Kleinunternehmerregelung erhöhenden, steuerpflichtigen Umsätze erbracht.

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