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Recht / Zivilrecht 
Mittwoch, 17.04.2019

Anspruch auf Schmerzensgeld sowie Schadenersatz für nicht erkannten Darmkrebs

Das Oberlandesgericht Braunschweig hat einer Patientin ein Schmerzensgeld von 70.000 Euro sowie Schadenersatz zugesprochen, weil der Arzt ihre Darmkrebserkrankung nicht erkannt hatte (Az. 9 U 129/15).

Der behandelnde Internist hatte bei der Patientin trotz ihrer zum Teil heftigen Blutungen aus dem Anus lediglich Hämorrhoiden und eine Analfissur diagnostiziert, ohne eine Darmspiegelung gemacht zu haben. Als sich die Patientin neun Monate später wegen eines anderen Leidens im Krankenhaus befand, wurde bei ihr Darmkrebs entdeckt, der bereits Metastasen in der Leber entwickelt hatte.

Nach Auffassung des OLG Braunschweig ist dem Arzt ein grober Behandlungsfehler vorzuwerfen, weil er die erforderliche Darmspiegelung nicht durchgeführt hat. Da dieser Fehler in gravierender Weise gegen die Regeln der ärztlichen Kunst verstoßen habe, greife zugunsten der Patientin die Beweislastumkehr. D. h. der Arzt müsse nun den Beweis führen, dass die um neun Monate verspätete Diagnose nicht für den weiteren Krankheitsverlauf der Patientin ursächlich geworden sei. Dies sei dem Arzt im Streitfall nicht gelungen. Des Weiteren sei der Schmerzensgeldanspruch auch nicht durch ein Mitverschulden der Patientin gemindert.

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